Caminada Blog, 23. Februar 2016 Gibt es eine Rückerstattungspflicht für Erwerbsausfallentschädigungen?

Wer kommt für zu Hohe und damit ungerechtfertigte Erwerbsausfallentschädigungen auf? Das BGer-Urteil vom Januar 2016 gibt Aufschluss.

Wenn ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin, z.B. wegen Zivildienst oder Mutterschaft, abwesend ist, bezahlt der Arbeitgeber den Lohn grundsätzlich mindestens zu einem Teil weiter. Dafür kann der Arbeitgeber in der Regel eine Erwerbsausfallsentschädigung bei der kantonalen Ausgleichskasse beantragen. Diese Erwerbsausfallentschädigung wird üblicherweise dem Arbeitgeber ausbezahlt, welcher sie im Rahmen des Lohns an den Arbeitnehmer weitergibt. Stellt sich heraus, dass die Ausgleichskasse zu hohe und damit ungerechtfertigte Erwerbsausfallentschädigungen leistete, kann sie diese zurückfordern. In der Praxis ist oftmals unklar, bei wem die ungerechtfertigt geleisteten Beiträge zurückzufordern sind. Kürzlich hat das Schweizerische Bundesgericht entschieden, dass der Arbeitgeber rückerstattungspflichtig ist, wenn er während der Dienstzeit weiterhin den Lohn ausrichtet und damit nicht reine Zahlstelle ist, sondern einen eigenen Anspruch auf die Leistung der Erwerbsausfallentschädigung hat.

Das „Urteil BGer 9C_498/2015 vom 07. Januar 2016“ finden Sie unter diesem Link des Bundesgerichts.

Für Fragen des Sozialversicherungsrecht hilft Ihnen unsere Expertin Irma Ambauen gerne weiter.

Beitrag veröffentlicht am
25. Februar 2016

Stichworte in diesem Beitrag

Diesen Beitrag teilen

Weitere Beiträge

IT ICT Datenschutz
IT/ICT und Datenschutz
16.06.2026

Cloud-Lösungen: Das ist rechtlich entscheidend

Cloud-Lösungen sind aus dem Geschäftsalltag von Schweizer KMU kaum mehr wegzudenken. Doch gerade weil sie so selbstverständlich und unverzichtbar geworden sind, tauchen immer wieder praktische und rechtliche Fragen auf. Wir geben einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen und zeigen, was bei der Auswahl und Nutzung zu beachten ist.

Beitrag lesen
IT ICT Datenschutz
IT/ICT und Datenschutz
13.03.2026

Elektronische Signaturen und digitale Verträge: Rechtliche Grundlagen und praktische Hinweise

Digitale Geschäftsprozesse bestimmen heute die Vertragsabwicklung in fast allen Branchen. Elektronische Signaturen sind ein zentrales Instrument für Effizienz und Flexibilität, doch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind komplex und werfen praktische Fragen auf. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über gesetzliche Vorgaben und praxisrelevante Stolpersteine bei der Nutzung elektronischer Signaturen in der Schweiz.

Beitrag lesen
22.01.2026

Gesetzliche Neuerungen 2026

Mit dem Beginn des Jahres 2026 treten in der Schweiz erneut zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Viele dieser Neuerungen betreffen alltägliche Lebensbereiche wie Wohnen, Finanzen, Gesundheit und Energieversorgung. Der Beitrag fasst die wichtigsten Änderungen für das Jahr 2026 zusammen und zeigt, was sich konkret ändert.

Beitrag lesen